Weblog von Christian Kapke aus Jena


 
Sie sind hier: Startseite » Allgemeines » Berichte » Schweden / Norwegen 2006

Schweden / Norwegen 2006

Eindrücke einer intakten Natur - eine Woche Kanuing

Der Zufall schlägt bisweilen seltsame Brücken.
In Beziehungen müssen oft Kompromisse ausgehandelt und natürlich die Interessen beider Partner berücksichtigt werden. Meine damalige Freundin liebt das Meer, das Wasser und die Sonne. Ich die unberührte Natur, die Berge und die Freiheit hoch über den Dingen.
Und genau diese Interessen galt es bei der Urlaubsplanung des Jahres 2006 zu berücksichtigen. Derweil meine damalige Freundin lieber in den Süden geflogen wäre und ein paar Tage am Strand verbracht hätte, wollte ich lieber in die Alpen, eine kleine Berghütte mieten, möglichst weit weg von den mir unerträglichen Touristenmassen.

Eigentlich zwei nicht zu vereinbarende Ausgangspositionen. Auf der Suche nach Kompromissen, die aus Wasser und Abgeschiedenheit bestanden, fanden wir einen Anbieter, der sich auf Kanureisen durch die schwedische Wildnis spezialisierte. Alle wichtigen Faktoren waren geboten: Wasser, Sonne und Abgeschiedenheit. Ein Kompromiß, den wir beide bereit waren einzugehen.
Wir entschlossen uns zu einer Kanutour auf eigene Faust. Was wir auf der Homepage des Reiseanbieters fanden, las sich mehr als verheißungsvoll: 10 Tage allein in unberührter Natur. Ausgerüstet mit allen wichtigen und nötigen Materialien, einer prall gefüllten Lebensmitteltonne und einem Kanu + einer schier unendlich scheinenden Wildnis.

Die Fahrt in den Norden war kurzweilig und angenehm. Auch wenn der Transfer insgesamt 18 Stunden dauerte, bereiteten die zwei Fährfahrten ausreichend Abwechslung und insgesamt hatte man nicht das unangenehme Gefühl, zu lange in einem engen Bus eingesperrt gewesen zu sein. Dazu noch das sich ständig wandelnde Landschaftsbild.

Angekommen im Basiscamp, das auf einer großen Lichtung inmitten eines Waldes aufgeschlagen wurde, war bereits klar, daß neben uns ca. 200 weitere „Outdoorreisende“ die nächsten 7 Tage unterwegs sein werden. Ein reichhaltiges Mittagessen unter freiem Himmel sorgte für die nötige Einstimmung. Nach einer kurzen Einweisung ins Kanufahren und die örtlichen Begebenheiten, einer routinierten Materialausgabe, legten wir am späten Nachmittag mit unserem eigenen Kanu vom Privatsteg in Lennartsforts mit Marschrichtung Ärjäng ab.

Es folgten unvergessene Tage der Ruhe, der Freiheit und der unmißverständlichen Erkenntnis, inmitten einer intakten, lebensnahen Natur zu verweilen. Wir tranken das kristallklare Seewasser ohne es abkochen zu müssen, schliefen wahlweise im Zelt oder unter freiem Sternenhimmeln, kochten über dem offenen Feuer unser Essen und badeten uns im morgenkühlen Wasser. Wir sahen seltene Tiere, Sonnenuntergänge, die ihresgleichen suchten, genossen wundervolle Abende am Lagerfeuer, mit Gittare und Wein, fuhren mit dem Kanu bis Norwegen, fanden versteckte Hütten mitten in Wäldern und sahen nur ganz wenige Menschen. Wir waren wirklich frei und glücklich.

Dieser Urlaub hat sich wirklich gelohnt und so wie die Bilder Zeugnisse einer einzigartigen Zeit sind, bleiben mir diese 7 Tage in Dansland/Nordmarken in teurer Erinnerung.